Malen mit Leinölfarbe

Pflege und Alterung im Freien

Worauf kann man sich bei Leinölfarbe im Freien einstellen? Je nachdem, wie stark die Leinölfarbe dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, verblasst sie allmählich. Dies ist zuerst an den Südseiten des Hauses zu sehen, wo die Sonne länger scheint. Die Farbe wird matter, da das Leinöl durch die ultraviolette Strahlung der Sonne abgebaut wird. Es sind also nicht die Pigmente, die sich verändern und verblassen, sondern der Grund dafür ist das Fehlen von fetthaltigem Leinöl. Wenn die Farboberfläche ihren Glanz verliert, wird die Farbe ebenfalls etwas heller. Dies ist bei dunklen Farben auffälliger als bei hellen.

Wenn man der matten Oberfläche wieder Leinöl hinzufügt, kehrt die ursprüngliche Farbe zurück. Es ist ganz natürlich, dass Leinölfarbe im Freien matt wird, und darum bedarf es keiner direkten Maßnahmen. Schließlich beginnt die Farbe „auszukreiden“, d. h. bei Berührung leicht abzufärben. Wenn man dann mit dem Finger über Oberfläche fährt, färbt das Pigment auf die Fingerspitze ab. Die Farbe ist weiterhin intakt, da das tiefer eingedrungene Leinöl sie von innen schützt.

Farben auf Kunststoffbasis bewahren die Farbkraft länger als Leinölfarbe. Dies liegt daran, dass sie nicht durch Sonneneinstrahlung verschleißen, sondern auf die gleiche Weise wie eine Plastiktüte altern und sich schließlich zu Mikroplastik zersetzen. Wenn Sie erwarten, dass Leinölfarbe genauso aussieht und altert wie Farbe auf Kunststoffbasis, sollten Sie sich nicht für Leinölfarbe entscheiden.

Das Auskreiden kann so gesehen positiv sein, da sich „die Farbe selbst reinigt“, da Schmutz und Verunreinigungen von der Oberfläche abgetragen werden. Bei einigen Gegenstände im Freien wie Gartenmöbel, ist das Abfärben nicht wünschenswert und erfordert eine häufigere Behandlung.

Auf längerer Zeit nicht gepflegten Oberflächen mit Leinölfarbe bilden sich schließlich Risse und es entsteht ein Muster, das an eine Schlangenhaut erinnert. Leinölfarbe löst sich nicht in großen Flocken vom Untergrund. Sollte dies dennoch vorkommen, sollten Sie das Untergrundmaterial nach Schäden absuchen. Eventuell enthält das Untergrundmaterial zu viel Wasser oder in einigen Fällen zu viel Fett.

Inspektion und Pflege von Oberflächen mit Leinölfarbe

Überprüfen Sie jährlich Ihr Haus und Ihre Fenster unter anderem auf sichtbare Veränderungen an den bemalten Oberflächen. Achten Sie besonders auf Oberflächen, die viel Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Reinigung von Oberflächen mit Leinölfarbe

Bevor man Pflegemittel anwendet oder die Oberflächen neu streicht, ist es oft ausreichend, wenn man die Hauswände reinigt, damit sie wieder sauber aussehen. Achten Sie beim Reinigen von Oberflächen mit Leinölfarbe darauf, schonende und pH-neutrale Produkte zu verwenden, welche die Oberflächenfarbe nicht beschädigen. Gewöhnliches Spülmittel oder schwache Seifenlösungen funktionieren gut. Wenn die Oberfläche mit Algen und Schimmel befallen ist, verwenden Sie schonende Produkte wie den Algen- & Schimmelentferner von Biokleen.

Pflege glatt gehobelter Oberflächen mit gekochtem Leinöl

Reinigen Sie die Oberfläche gegebenenfalls mit einer schwachen Seifenlösung und spülen Sie sie gründlich mit Wasser ab. Pinseln Sie das gekochte Leinöl dünn auf. Wischen Sie das überschüssige Öl nach einer halben Stunde ab und die Farbe hat ihren ursprünglichen Ton und Glanz wiedererlangt.

Pflege rauer Oberflächen mit gekochtem Leinöl

Reinigen Sie die Oberfläche gegebenenfalls mit einer schwachen Seifenlösung und spülen Sie sie gründlich mit Wasser ab. Lassen Sie alles trocknen. Vermischen Sie gekochtes Leinöl und Balsamterpentin zu gleichen Teilen und tragen Sie die Mischung einmal dünn auf. Überprüfen Sie, ob das Leinöl eindringt und sich mit dem Untergrund verbindet, und entfernen Sie ggf. überschüssiges Leinöl mit einem trockenen Pinsel.

Wann ist es Zeit für neue Farbe?

Neue Farbe muss normalerweise nach 8 bis 15 Jahren aufgetragen werden. Möglicherweise müssen nicht alle Seiten des Hauses neu gestrichen werden. Nordseitige Fassaden kommen normalerweise doppelt so lange wie südseitige Fassaden ohne neuen Farbanstrich aus. Siehe Abschnitt “Lackieren zuvor lackierter Oberflächen im Freien”.

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